LIGA-Fachtag im Rahmen der Aktionswoche Schuldnerberatung am 10. Juni *** mehr dazu unter Aktuelles.

Es ist ein Allgemeinplatz, wird gern verwendet, aber zu selten konsequent beherzigt: „Familien sind der Kern unserer Gesellschaft“. Der Satz ist wahr. Aus ihm erwachsen logische, imperative Handlungsanweisungen. Die gemeinnützigen Wohlfahrtsverbände in Thüringen haben dies als Auftrag angenommen und familienpolitische Positionen erarbeitet.

Gespeist sind diese aus den Erfahrungen unserer vielen Mitarbeitenden in der Familienhilfe und der Kinder- und Jungendhilfe, sowie aus unserer Verantwortung für die Gesellschaft. Die Kernfrage ist, welche Bedingungen braucht es auf den verschiedenen Steuerungsebenen, damit Familie – egal, welches Modell- funktionieren kann.

In dem LIGA Projekt „Wie macht man Teilhabe? – Inklusion durch Umbau der Angebote gemeinsam verwirklichen“ wurden drei Leistungserbringer beglei­tet, die sich auf den Weg gemacht haben, bisherige stationäre Angebote der Eingliederungshilfe unter konsequenter Beteiligung der Bewohner*innen in ambulante Angebote umzuwandeln.

Welche Hürden dabei gemeistert werden mussten, welche Fragen es zu beantworten galt und welche Lösungen gefunden wurden, beschreibt diese Arbeitshilfe umfänglich und praxisnah. Sie bündelt als zentrales Projektergebnis die gesammelten Ergebnisse zum Ausbau der Teilhabe, zur Ambulantisierung gemeinschaftlicher Wohnangebote und zur Gestaltung dieser umfassenden Veränderungsprozesse.

Partizipation von jungen Menschen sollte nicht zwingend an eine finanzielle Förderung durch den Freistaat gekoppelt sein.

Letztendlich ist Partizipation ein entscheidender Baustein der Legitimität von Jugendarbeit und Jugendsozialarbeit und sollte als Regelleistung und prinzipielle Haltung von Mitarbeitenden in der Kinder- und Jugendhilfe selbstverständlich sein.

Der neu aufgenommene Punkt 2.6 „Gegenstand der Förderung“ kann selbstverständlich zur Folge haben, dass Träger/Projekte konzeptionell weitere Gelder beantragen. Wird der Förderzweck um Maßnahmen zur Beteiligung von Kindern und Jugendlichen erweitert, muss daher klar sein, ob zusätzliche Fördermittel vom Land dafür bereitgestellt werden.

Die Arbeit der LIGA Verbände in Thüringen wird seit Jahren durch die Folgen demografischer Entwicklung beeinflusst und geprägt. Aus diesem Grund begrüßen wir es, dass die Landesregierung sich grundsätzlich einer Strategie annimmt um den Auswirkungen zu begegnen und Thüringen zukunftsorientiert zu gestalten. Allerdings halten wir, neben der Zeitschiene der Demografiestrategie selbst bis 2030, auch die angesetzten Beteiligungszeitfenster im laufenden Prozess für zu kurz und würden ein abgestimmtes, fachorientiertes Verfahren begrüßen, welches der Komplexität dieses Querschnittsthemas gerecht wird. Somit könnten die Handlungsfelder fundiert hergeleitet und zu einer ganzheitlichen Strategie zusammengeführt werden. Die demografische Entwicklung betrifft uns alle, kennt keine einzelnen Zuständigkeiten und muss somit auch als Chance für eine integrierte, interdisziplinäre Planung im Gesamten gesehen werden.

Die LIGA der Freien Wohlfahrtspflege in Thüringen gibt es am Montag, den 14. September 2020, seit genau 30 Jahren. Gefeiert wird dieses Jubiläum wegen der Corona-Pandemie nicht. "Doch Gründe, an dieses Datum zu erinnern, gibt es mehr als genug.", sagt Oberkirchenrat Christoph Stolte, Vorstandsvorsitzender der LIGA und Chef der Diakonie Mitteldeutschland. "Sozialstaatlichkeit in Deutschland, unser bewährtes und gesetzlich fest verankertes Wohlfahrtssystem ist ohne die gut koordinierte Zusammenarbeit der gemeinnützigen Verbände nicht denkbar."