LIGA-Tätigkeits- und Jahresberichte

„Positionieren – Kennenlernen – Beständigkeit“

Cover des LIGA-Tätigkeitsberichts 2024: grüner Hintergrund und die Verbändelogos
LIGA-Tätigkeitsberichts 2024 zum Herunterladen

Mit diesem Tätigkeitsbericht gibt der LIGA der Freien Wohlfahrtspflege in Thüringen e. V. einen Überblick über seine vielfältige Arbeit im Jahr 2024. Was wir im vergangenen Jahr erreicht, angestoßen und begleitet haben, dokumentieren wir getreu des Grundsatzes: „Tu Gutes und rede darüber.“

Unsere Themen und Schwerpunkte spiegeln unser Selbstverständnis wider, Verantwortung für das gesellschaftliche Miteinander zu übernehmen.

Ein zentrales Handlungsfeld war im Berichtsjahr erneut die Arbeits- und Fachkräftesituation. Seit der Klausurtagung 2023 begleitet uns dieses Thema intensiv. Bereits 2022 stellte das Institut der deutschen Wirtschaft fest: „Der Mangel an qualifizierten Arbeitskräften lähmt die deutsche Wirtschaft. Besonders betroffen sind Berufe in den Bereichen Sozialarbeit, Erziehung und Pflege… Einige Berufe stechen beim Fachkräftemangel deutschlandweit am deutlichsten hervor. Unter den zehn mit den größten Fachkräftelücken sind fünf dem sozialen bzw. dem Gesundheitssektor zuzuordnen.“  Für uns als LIGA ist klar, dass die soziale Infrastruktur ohne qualifizierte Fachkräfte nicht aufrechterhalten werden kann. Die Steuerungsgruppe „Fachkräfteentwicklung, Fachkräftesicherung und Hochschulkooperation“ bündelt die Expertise unserer Mitgliedsverbände, vertritt deren Positionen und arbeitet aktiv an der Gestaltung geeigneter Rahmenbedingungen.

Ein weiteres Schwerpunktthema war das Superwahljahr 2024 mit Europa-, Kommunal- und Landtagswahlen. Prognosen deuteten auf erhebliche politische Verschiebungen hin und sie haben sich bestätigt. Die gesellschaftlichen Debatten über Gemeinwohl, Zusammenhalt, Frieden und Teilhabe wurden intensiver und leidenschaftlicher geführt als in den Jahren zuvor. Als LIGA haben wir die Kampagne „Du hast die Wahl“ gestartet, um klare Positionen zu zeigen und den öffentlichen Dialog zu fördern. Insgesamt positionieren sich Wohlfahrtsverbände zunehmend deutlicher zu gesellschaftspolitischen Fragen.

Dauerbrenner bleibt der Landeshaushalt. Die LIGA analysiert Entwürfe, bewertet deren Auswirkungen und tritt in zahlreichen Gesprächen mit politisch Verantwortlichen für eine stabile Finanzierung ein. Die Dienste und Einrichtungen der Freien Wohlfahrtspflege stehen seit geraumer Zeit vor großen Herausforderungen. Immer neue Krisen und bislang unbekannte Belastungen prägen ihren Alltag. Zusätzlich geraten sie durch kaum mehr tragbare Vorfinanzierungen sowie unsichere Beschäftigungsverhältnisse unter Druck. Grund dafür sind unter anderem verspätete Landeshaushalte und fehlende Förderbescheide, die eine verlässliche Planung erschweren. Ein rechtzeitig beschlossener, auskömmlich ausgestatteter Haushalt ist ein Ausdruck von Respekt gegenüber den Menschen, die täglich verlässliche soziale Arbeit leisten. Späte Haushaltsverabschiedungen führen zu Unsicherheiten, erschweren die Planung und gefährden bestehende Strukturen.

Die Landtagswahl am 1. September 2024 hat das politische Gefüge in Thüringen spürbar verändert. Neue Fraktionen und Abgeordnete führten zu einem politischen Neustart, der auch für die LIGA einen intensiven Prozess des Kennenlernens bedeutete. Wir haben frühzeitig Kontakte geknüpft, zentrale Themen platziert und für die Besonderheiten der freigemeinnützigen Sozialwirtschaft sensibilisiert. Als verlässlicher Partner stehen wir dabei unabhängig von parteipolitischen Mehrheiten für Kontinuität, Transparenz und eine konstruktive Zusammenarbeit.

Auch im vergangenen Jahr hat sich die LIGA der Freien Wohlfahrtspflege in Thüringen mit Beständigkeit für die Menschen eingesetzt, die auf soziale Angebote angewiesen sind. Ebenso stand sie verlässlich an der Seite der Mitarbeitenden und Leistungserbringer in den Einrichtungen der Mitgliedsverbände. Trotz neuer Herausforderungen und sich verändernder Rahmenbedingungen blieben wir klar in unserer Haltung, nah an den Bedarfen und konsequent in unserem Handeln.

Wir begleiteten Gesetzgebungsverfahren, wirkten in Landesgremien, Facharbeitskreisen, Kommissionen, Schiedsstellen und Beiräten mit und brachten unsere Positionen geschlossen und fundiert ein. Im Austausch mit Politik und Verwaltung ging es vor allem darum, die Auswirkungen von gesetzlichen Änderungen und Verwaltungshandeln auf Einrichtungen, Fachkräfte und Leistungsberechtigte verständlich zu machen und Lösungen anzustoßen.

Neben diesen Schwerpunkten war das Jahr von vielen weiteren Entwicklungen geprägt. Der Tätigkeitsbericht 2024 gibt Einblick in die Themen, die uns bewegt haben. Er dokumentiert die Stellungnahmen, Veranstaltungen und Gespräche, mit denen wir die Freie Wohlfahrtspflege in Thüringen gestärkt haben.

Mein Dank gilt allen Mitarbeitenden der LIGA-Geschäftsstelle, den Fachreferentinnen und Fachreferenten der Mitgliedsverbände, dem LIGA-Hauptausschuss sowie allen, die mit ihrer Arbeit das soziale Miteinander in Thüringen sichern und weiterentwickeln. Die Vertretung der Interessen von Bürgerinnen und Bürgern sowie der sozialen Einrichtungen ist ein wesentlicher Beitrag zur Stabilität unseres Landes, denn „Thüringen muss sozial bleiben“.

Tino Grübel
Geschäftsführer