Kassenärztliche Bundesvereinigung stellt Eltern-Kind-Kuren als Leistungen der gesetzlichen Krankenkassen in Frage

von Peter Kießling

Position der LIGA Thüringen

Mit großer Sorge und Unverständnis reagieren wir auf die Forderung nach Streichung der Mutter-Vater-Kind-Kuren als Leistung der Krankenkassen durch die Bundesregierung. Als Träger von spezialisierten Rehabilitations- und Vorsorgeeinrichtung erleben wir täglich, wie dringend Familien diese Angebote benötigen – insbesondere in Zeiten wachsender psychischer Belastungen, sozialer Unsicherheiten und gesundheitlicher Herausforderungen.

Diese Kuren sind keine Wellnessangebote, sondern medizinisch indizierte, präventive Maßnahmen oder Rehabilitationsmaßnahmen mit nachgewiesener Wirkung.

Studien belegen, dass sie die psychische und physische Gesundheit von Eltern und Kindern signifikant verbessern. So sank laut der RessQu-Studie der Medizinischen Hochschule Hannover der Anteil stark gestresster Mütter während der Kur von 57 % auf nur noch 8 %. Gleichzeitig stiegen Selbstwirksamkeit und Erziehungskompetenz – zentrale Faktoren für stabile Familienverhältnisse.

Mutter-/Vater-Kind-Kuren verhindern die Chronifizierung von Erkrankungen, reduzieren die Inanspruchnahme medizinischer Leistungen und beugen langfristigen Folgekosten vor. Besonders vulnerable Gruppen wie Alleinerziehende oder Familien mit pflegebedürftigen Angehörigen profitieren überdurchschnittlich von diesen Maßnahmen.

Kürzungen gefährden nicht nur die Existenz vieler Einrichtungen, sondern auch die gesundheitliche Versorgung tausender Familien. Solche Kürzungen wären ein erheblicher Rückschritt in der Gesundheits- und Familienpolitik – und ein Sparen an der falschen Stelle. Gesundheit darf kein Luxus sein – und schon gar nicht für jene, die unsere Gesellschaft tragen: Eltern und ihre Kinder.

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