Soziales Ehrenamt hautnah – Eine Tour durch den Erfurter Norden

von Peter Kießling

Mit dabei war das Ehrenamtsbüdchen des DRK-Thüringen - ein liebevoll restaurierter und umgebauter VW „Bulli“ der als mobiler Aktionsstand durch Thüringen reist.

Ehrenamt in all seinen Facetten

Wie vielfältig, engagiert und unverzichtbar das soziale Ehrenamt in Thüringen ist, zeigte sich bei einer Ehrenamtstour durch den Erfurter Norden. Gemeinsam mit dem Ehrenamtsbeauftragten der Thüringer Staatskanzlei, Guntram Wothly, und Gregor Hermann, Referatsleiter Ehrenamt in der Staatskanzlei, besuchten Vertreterinnen und Vertreter der LIGA der Freien Wohlfahrtspflege in Thüringen verschiedene soziale Einrichtungen und Projekte.

Die Tour führte zum Jugendhaus Erfurter Brücke, zum Jesus-Projekt Erfurt, in den Stadtteiltreff „Berolina“, in das Deutschordens-Seniorenhaus, in die AWO-Gemeinschaftsunterkunft sowie in das Mehrgenerationenhaus am Moskauer Platz. Im Mittelpunkt standen Gespräche mit Ehrenamtlichen, hauptamtlichen Mitarbeitenden und den Menschen, die von ihrem Engagement profitieren.

Die besuchten Einrichtungen stehen stellvertretend für die große Bandbreite sozialen Engagements in Thüringen. Von der Jugendhilfe über die Seniorenarbeit bis hin zur Integrationsarbeit und zu Begegnungsprojekten engagieren sich Menschen täglich für ihre Mitmenschen. Sie schaffen Teilhabe, stärken Nachbarschaften und leisten einen wichtigen Beitrag für den gesellschaftlichen Zusammenhalt.

Die Ehrenamtstour fand im Vorfeld des bundesweiten Ehrentags am 23. Mai statt. Dieser steht in enger Verbindung zum Tag des Grundgesetzes und unterstreicht die Bedeutung von bürgerschaftlichem Engagement für Demokratie und eine lebendige Zivilgesellschaft.

Video zur Ehrenamtstour

Ehrenamt braucht Sichtbarkeit und Wertschätzung

Die Ehrenamtstour hat einmal mehr gezeigt, wie viel Engagement tagtäglich in Thüringen geleistet wird. Viele dieser Leistungen bleiben jedoch oft im Hintergrund. Dabei sind öffentliche Anerkennung und gesellschaftliche Wertschätzung wichtige Voraussetzungen, um Menschen langfristig für ein Engagement zu gewinnen und zu begeistern.

Wer die Arbeit von Ehrenamtlichen sichtbar macht, würdigt nicht nur ihren Einsatz, sondern schafft auch Aufmerksamkeit für die vielen Möglichkeiten, sich selbst einzubringen. Gerade für die Gewinnung neuer Ehrenamtlicher sind Vorbilder, persönliche Geschichten und öffentliche Anerkennung von großer Bedeutung.

Aus Sicht der LIGA braucht Ehrenamt deshalb mehr Sichtbarkeit in Politik, Gesellschaft und Medien. Engagement verdient öffentliche Aufmerksamkeit, denn sie trägt dazu bei, Menschen für freiwillige Aufgaben zu begeistern und das Ehrenamt auch für kommende Generationen attraktiv zu halten.

Ehrenamt eröffnet Chancen

Ehrenamt bedeutet weit mehr als Hilfe für andere. Es eröffnet auch den Engagierten selbst neue Perspektiven und Entwicklungsmöglichkeiten.

Viele Menschen erleben ehrenamtliche Tätigkeiten als Freiraum, in dem sie eigene Ideen einbringen, Verantwortung übernehmen und selbstbestimmt handeln können. Gerade junge Menschen sammeln dabei wertvolle Erfahrungen, entdecken Interessen und erhalten oftmals erste Einblicke in soziale und gesellschaftliche Berufsfelder.

Darüber hinaus schafft Ehrenamt Begegnungen, stärkt soziale Kontakte und gibt vielen Menschen Orientierung im Alltag. Es bietet die Möglichkeit, Teil einer Gemeinschaft zu sein, Verantwortung zu übernehmen und das eigene Lebensumfeld aktiv mitzugestalten.

Die Erfahrungen aus den besuchten Einrichtungen zeigen: Ehrenamt stärkt nicht nur den gesellschaftlichen Zusammenhalt, sondern bereichert auch die Menschen, die sich engagieren.

Die Begegnungen während der Ehrenamtstour haben gezeigt, dass Engagement oft für alle Beteiligten einen Mehrwert schafft. Die Menschen, die sich einbringen, gewinnen Erfahrungen, Kontakte und das gute Gefühl, etwas bewegen zu können.

Ehrenamt braucht starke Strukturen

Die Eindrücke der Tour haben erneut gezeigt, dass ehrenamtliches Engagement verlässliche Rahmenbedingungen braucht. Ehrenamt entsteht nicht von allein. Es braucht Orte der Begegnung, fachliche Begleitung, Qualifizierung und organisatorische Unterstützung.

Aus Sicht der LIGA gehören deshalb starkes Ehrenamt und starkes Hauptamt untrennbar zusammen. Die Wohlfahrtsverbände schaffen Räume, Strukturen und Unterstützung, damit Menschen sich langfristig und wirksam engagieren können.

Damit dies auch künftig gelingt, braucht es verlässliche politische Rahmenbedingungen, feste Ansprechpartner und nachhaltige Förderstrukturen. Wer gesellschaftlichen Zusammenhalt stärken will, muss auch die Voraussetzungen für Engagement dauerhaft sichern.

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