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PM: Immer mehr Verbraucherinsolvenzen in Thüringen: Beratungsangebot muss ausgebaut werden

Erfurt, 16.03.2017. Immer mehr überschuldete Thüringer benötigen Hilfe. Ein Ausbau des Beratungsangebotes ist deshalb unbedingt erforderlich, um längere Wartezeiten für Betroffene zu vermeiden. Die LIGA der Freien Wohlfahrtspflege appelliert  an die Landespolitik, die Förderung der Verbraucherinsolvenzberatungsstellen zu verbessern. „Ein Ausbau des Beratungsangebotes in unbedingt notwendig“, unterstreicht der Geschäftsführer  der LIGA, Hans-Otto Schwiefert.

 

Die jüngsten Zahlen der Statistikämter in Bund und Land untermauern die Forderung der LIGA. Nach Angaben des Statistischen Landesamtes haben im vergangenen Jahr 1822 Thüringerinnen und Thüringer private Insolvenz angemeldet. Das waren 144 Verfahren bzw. 8,6 Prozent mehr als im Vorjahr. Damit gehört der Freistaat zu den wenigen Bundesländern, in denen die Verbraucherinsolvenzen im vergangenen Jahr bereits wieder angestiegen sind.

 

Parallel dazu nimmt die Komplexität und Intensität der Beratungsfälle zu. Die Folge sind stetig anwachsende Wartezeiten in den Verbraucherinsolvenzberatungsstellen. Für viele Ratsuchende ist das eine enttäuschende Entwicklung. Denn oft haben sie sich erst nach einem längeren Prozess dazu durchgerungen, Rat und Hilfe in ihrer persönlich schwierigen Situation zu suchen. „Längere Wartezeiten bis zu einem ersten Beratungsgespräch sind dann kontraproduktiv“, unterstreicht Schwiefert.

 

Überschuldung ist kein Randphänomen. Nach den Zahlen der Creditreform Wirtschaftsforschung gilt ungefähr jeder neunte volljährige Bürger Thüringens als überschuldet. Dem stehen derzeit lediglich ca. 22 Vollzeitstellen für Beratungsfachkräfte in der Verbraucherinsolvenzberatung gegenüber. „Wenn wir eine wirksame Beratung in Thüringen haben wollen, dann muss die Förderung schnell verbessert werden“, so Schwiefert.

 

Für Rückfragen zum Thema stehen Ihnen Frau Bernadette Drapatz vom Caritasverband für das Bistum Erfurt e.V.,  Tel. 0361/6729-166  zur Verfügung.

7. Sitzung des Beirats Sozialplanung am 09. März 2017

Der jüngste Altenbericht der Bundesregierung hat der Öffentlichkeit nochmals klar vor Augen geführt: Die Herausforderung des demografischen Wandels ist ohne die Einbindung in neue Formen kommunaler Daseinsvorsorge und ohne die aktive Mitwirkung der Bevölkerung nicht zu stemmen.

 

Diesem Thema widmete sich auch der Beirat Sozialplanung in seiner 7. Sitzung. Unter dem Thema „Schaffen im Alter. Herausforderungen und Potentiale Älterer im ländlichen Raum“ wurde danach gefragt, wie sich das Zusammenleben Älterer so gestalten lässt, dass auch in Zeiten des demografischen Wandels ein qualitativ hochwertiges Altern in der gewohnten Umgebung möglich ist. Die TeilnehmerInnen berichteten von zahlreichen vorbildhaften Initiativen, die bereits existieren, und präsentierten ihre Visionen zur Gestaltung eines aktiven Alterns. Als problematisch, weil viel zu lang, erweist sich bislang der Weg gelungene Initiativen auf andere Kontexte zu übertragen. An dieser Stelle wird einmal mehr die Bedeutung, die Sozialplanung in Zukunft in seiner koordinierenden Querschnittsfunktion zukommt, deutlich.

 

PARITÄTISCHER Armutsbericht: Thüringen liegt deutlich über dem bundesweiten Schnitt

Die Armut in Deutschland ist auf einen neuen Höchststand von 15,7 Prozent angestiegen, so der Befund des aktuellen Armutsberichts des Paritätischen Wohlfahrtsverbands, der dieses Jahr wieder unter Mitwirkung weiterer Verbände und Fachorganisationen erschienen ist. Nach Aussagen des Verbandes markiert dieser Höchstwert einen mehrjährigen Trend wachsender Armut.

Armut im Ländervergleich

Der Anstieg der Armut in Deutschland war 2015 fast flächendeckend. Nur vier Länder (Brandenburg, Sachsen-Anhalt,  Saarland  und  Rheinland-Pfalz)  konnten, lt. Bericht, ihre  Armut abbauen.

Thüringen belegt mit einer Armutsquote von aktuell 18,9 Prozent Platz zwölf unter den 16 Bundesländern. Das bedeutet, dass der Freistaat deutlich überproportional  von  Armut  betroffen ist.

Den größten Sprung nach oben bei der Armutsquote gab es in Mittelthüringen von 17,4 auf 20,0 Prozent. Zu der Region zählen die Stätdte Erfurt, Weimar und die Kreise Gotha, Sömmerda, der Ilm-Kreis und der Kreis Weimarer Land. Ebenfalls nach oben gegangen ist die Quote in Ostthüringen (von 18,6 auf 19,3 Prozent) sowie in Südthüringen von 15,9 auf 16,8 Prozent.

Der Armutsbericht enthält neben empirischen Daten zur Armutsentwicklung in Deutschland Analysen zur Lebenssituation und Armut einzelnen Personengruppen (Alleinerziehende, Kinder und Jugendliche, Arbeitslose, Alte Menschen, Geflüchtete, Migranten, Menschen mit psychischer Erkrankung, Menschen mit Behinderung) sowie zu Querschnittsthemen (Wohnungslosigkeit, Gesundheit und Armut).

weitere Informationen sowie den Bericht als Download erhalten Sie auf den Seiten des PARITÄISCHEN Gesamtverbands:

http://www.der-paritaetische.de/armutsbericht

strategisch-sozial-planen: LIGA Jahresbericht 2015/2016 erschienen

Der Jahresbericht der LIGA Thüringen steht Ihnen ab sofort zum Download bereit.

Sie werden schnell feststellen, dass dieser LIGA-Bericht mit Blick auf die Jahresberichte der vergangen Jahre irgendwie anders ist. Und das ist durchaus gewollt. Es würde die Leserinnen und Leser schnell ermüden, wenn wir hierbei vollumfänglich auf die 60 Veranstaltungen, knapp 30 Pressemittleilungen, 60 Stellungnahmen und Mitarbeit in über 70 Gremien abgestellt hätten. Denn das ist die Bilanz der letzten beiden Jahre.

 

Unter dem Schwerpunktthema Sozialplanung bieten wir Ihnen mit diesem Bericht viele interessante Menschen und Geschichten an. Sie werden feststellen, dass Sozialplanung keine theoretische Übung, sondern ein gutes und notwendiges Instrument zur Gestaltung von Lebenswirklichkeiten ist. Und Sie werden nachvollziehen können, warum Sozialplanungsprozesse von Beginn an kooperative Prozesse auf Augenhöhe mit allen Akteuren sein müssen.

 

 

Um dennoch einen umfangreichen Einblick in die Arbeit der LIGA Thüringen zu bekommen, bieten wir Ihnen, wie stets, die Präsentation aller LIGA Aktivtäten zum Download als PDF an.

 

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