PM: „Die Erzieherinnen sind am Limit angelangt.“

Landtagsvizepräsidentin Margit Jung (LINKE) zum Praktikum im DRK-Kindergarten in Neustadt an der Orla

 

Erfurt, 04.08.2017  Margit Jung zeigte sich sehr beeindruckt von der Arbeit der Leiterin der integrativen DRK-Kita „Gänseblümchen“ Martina Gerner und der dort tätigen Pädagoginnen: „Man merkt gleich beim Betreten der Einrichtung, dass hier das Klima stimmt.“ Sowohl das pädagogische Konzept als auch die Gestaltung der Einrichtung überzeugten die Politikerin, die vor ihrem Landtagsmandat bei der Volkssolidarität für Kindergärten in deren Trägerschaft verantwortlich war. Margit Jung kennt sich also aus auf dem Gebiet der Kindertagesstätten.

 

 

Jung gehört zu einer Gruppe von Politikerinnen und Politikern verschiedener Landtagsfraktionen, die im Rahmen der Kita-Aktion „Qualität hat Vorfahrt! Kitas brauchen gute Rahmenbedingungen.“  ein Praktikum in einer Kindertageseinrichtung absolvieren. Weitere Praktika von Politikerinnen und Politikern der anderen Landtagsparteien werden in den nächsten Wochen folgen.  Mit diesen Praktika soll den Landtagsabgeordneten gezeigt werden, wie die reale Situation in den Thüringer Kitas ist, unter welchen Belastungen die  Erzieherinnen und Erzieher leiden.

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PM: „Die Erzieherinnen sind am Limit angelangt“

CDU-Generalsekretär Raymond Walk absolvierte ein Praktikum in Eisenacher Kindergarten

Eisenach/Erfurt, 12.07.2017  Raymond Walk, der CDU-Generalsekretär, war  beeindruckt: „Ich komme von der Polizei. Ihnen und den Kolleginnen geht es ähnlich – sie sind am Limit angelangt.“ Walk hatte zuvor in der Kita „Spielkiste“ in Eisenach im Rahmen der aktuellen Kita-Aktion der LIGA der Freien Wohlfahrtspflege ein Praktikum absolviert. Dabei hatte er sich selbst ein Bild von den Belastungen gemacht, denen die pädagogischen Fachkräfte ausgesetzt sind. In einer Kindergruppe unterstützte er die Mitarbeiterinnen nach der Mittagspause beim Aufstehen der Kinder und beim Zubereiten und Austeilen der Vesper. Danach sagte er voller Anerkennung für den Beruf: „Jetzt weiß ich, was ein Personalschlüssel ist.“

 

Walk war der erste Politiker, der im Rahmen der Kita-Aktion „Qualität hat Vorfahrt“  ein derartiges Praktikum hinter sich gebracht hat. Weitere Praktika von Politikerinnen und Politikern der anderen Landtagsparteien werden in den nächsten Wochen folgen.  Mit diesen Praktika soll den Landtagsabgeordneten gezeigt werden, wie die reale Situation in den Thüringer Kitas ist, unter welchen Belastungen die  Erzieherinnen und Erzieher leiden.

 

Raymond Walk zeigte sich nach dem Praktikum tief beeindruckt von den Leistungen, die in den Thüringer Kitas erbracht werden. Er dankte den Mitarbeitenden, fügte aber gleich hinzu: „Danke kostet erst einmal kein Geld, dann wird es schwierig.“

 

Denn dass die von der LIGA angemahnten Verbesserungen nicht ohne mehr finanzielle Mittel zu erreichen sind,  ist allen Beteiligten klar. Raymond Walk sagte seine Unterstützung bei der Verbesserung der Rahmenbedingungen der Kita-Arbeit zu. Bis zur Anhörung des entsprechenden Gesetzes im Landtag sollen die Forderungen der LIGA auch mit Zahlenmaterial untermauert werden.

 

Nach Einschätzung der LIGA fehlen in den Thüringer Kitas etwa 8000 Fachkräfte.  Die LIGA fordert bei ihrer Aktion eine deutliche Anhebung des Personalschlüssels für die Kitas, mehr Zeit für Leitungsaufgaben zu schaffen, die Fachberatung abzusichern und gute Rahmenbedingungen für die Inklusion für Kinder mit besonderem Förderbedarf zu schaffen.

PM: Fast jeder zehnte Thüringer ist überschuldet

„Überschuldete brauchen starke Beratung“ - Aktionswoche Schuldnerberatung 2017

 

Eisenach, 21. Juni 2017. „Wenn Menschen in finanzielle Not geraten, brauchen sie – unabhängig von der Einkommenssituation – Unterstützung. Denn Überschuldung destabilisiert die Betroffenen in verschiedener Weise, nicht nur durch ungeklärte rechtliche, wirtschaftliche und soziale Fragen, sondern auch in psychischer und gesundheitlicher Hinsicht“, so Wolfgang Schubert, LIGA-Vorsitzender und Vorstandsvorsitzender des DRK Landesverbandes Thüringen anlässlich der bundesweiten Aktionswoche Schuldnerberatung. Nicht selten entstehe ein Teufelskreis, den die Betroffenen ohne Begleitung nicht durchbrechen können.

 

Zu hohe Schulden sind kein Einzelfall: 2016 war fast jeder zehnte Thüringer Bürger überschuldet. Das geht aus dem Schuldenatlas der Auskunftei Creditreform hervor. Nur zehn Prozent der überschuldeten Thüringer wurden allerdings in einer Schuldner- und Verbraucherinsolvenzberatungsstelle beraten. Hauptursachen für die Überschuldung der Thüringer sind Arbeitslosigkeit, längerfristiges Niedrigeinkommen, gesundheitliche Probleme, Trennung oder Tod des Partners. Verschuldete Menschen finden derzeit in 27 Thüringer Schuldner- und Verbraucherinsolvenzberatungsstellen kompetente Beratung und Unterstützung.

 

Um die Öffentlichkeit für die Themen privater Überschuldung und Schuldnerberatung zu sensibilisieren, ruft die Arbeitsgemeinschaft Schuldnerberatung der Verbände jährlich zu einer bundesweiten Aktionswoche Schuldnerberatung auf. Laut Schubert, seien politische Entscheidungsträger mehr denn je aufgefordert, die Rahmenbedingungen für eine fachlich gute Schuldnerberatung zu verbessern.

 

„Ein flächendeckendes, niederschwelliges und offenes Beratungsstellennetz ist notwendig, um den tatsächlichen Bedarf an Beratung zu decken und lange Wartezeiten zu vermeiden“, so Schubert. „Das gilt insbesondere im ländlichen Raum.“ Notwendig sei auch der politische Wille, die finanzielle Kompetenz von Erwachsenen, Kindern und Jugendlichen zu stärken. Das helfe, die Problematik von Ver- und Überschuldung langfristig zu reduzieren. „Zudem muss die Finanzierung der Schuldnerberatung nachhaltig gesichert werden.“ Darüber hinaus arbeitet die soziale Schuldnerberatung in Thüringen mit hohen Qualitätsstandards, die für die Beratungsfachkräfte regelmäßige Fortbildungen, gerechte Löhne und ausreichende Sachkosten voraussetzt.

 

Für Rückfragen zum Thema steht Ihnen Frau Anja Draber, von der LIGA-Fachberatungsstelle für Schuldner- und Verbraucherinsolvenzberatungsstellen und Schuldenprävention in Thüringen,  Tel. 0361 / 74438 120  zur Verfügung.

PM: Start der Aktion „Qualität hat Vorfahrt – Kitas brauchen gute Rahmenbedingungen“

Die Sozialverbände in Thüringen drängen auf Nachbesserungen beim neuen Kita-Gesetz.

Erfurt, 9. Juni 2017. Die Sozialverbände in Thüringen drängen auf Nachbesserungen beim neuen Kita-Gesetz. Die bessere Betreuungsqualität spiele bei dem bisher vorliegenden Gesetzentwurf nur eine Nebenrolle, kritisierte die LIGA der Freien Wohlfahrtspflege bei einem Fachgespräch im Landtag. Deshalb wird die Landesregierung zu deutlichen Verbesserungen vor allem bei der personellen Ausstattung der Kitas aufgefordert. In den Thüringer Kitas fehlen nach aktuellen wissenschaftlichen Studien etwa 8000 Fachkräfte. Die Forderungen untermauert die LIGA mit einer landesweiten Aktion unter dem  Motto „Qualität hat Vorfahrt – Kitas brauchen gute Rahmenbedingungen“. Eines der zentralen Elemente ist eine Postkarten-Aktion mit den Forderungen der Verbände. Die Postkarten sollen dann der Landesregierung übergeben werden.

 

Die LIGA fordert vor allem eine Verbesserung des Personalschlüssels, der noch weit von einer bedarfsgerechten Betreuung, Bildung und Erziehung entfernt sei. Nach den Vorstellungen der Fachverbände sollte eine Fachkraft in der Regel nicht mehr betreuen als

  • zwei Kinder im ersten Lebensjahr,
  • vier Kinder zwischen einem und drei Jahren,
  • neun Kinder nach Vollendung des dritten Lebensjahres,
  • 20 Kinder im Grundschulalter.

Nach aktuellen wissenschaftlichen Studien stagniert die Qualität der Betreuung in den Thüringer Kindertagesstätten, weil etwa 8000 Fachkräfte fehlen. „Wir fordern daher eine längst überfällige Anhebung des Personalschlüssels, um sicherzustellen, dass die Arbeit in Kindertagesstätten den fachlichen Ansprüchen und den Bedürfnissen von Kindern und Eltern entspricht.“, so der LIGA Geschäftsführer Hans-Otto Schwiefert.

 

Weitere zentrale Forderungen der LIGA:

  • Die Personalkontinuität in den Kitas muss durch eine neue Personalschlüsselberechnung gesichert werden. Grundlage dafür soll der Jahresdurchschnitt der angemeldeten Kinder sein.
  • Für Leitungsaufgaben in den Kitas muss mehr Zeit geschaffen werden.
  • Individuellen Fachberatung muss sichergestellt werden. Die Träger sollen ein für sie passendes Beratungsangebot ohne Einschränkungen wählen können.
  • Inklusion von Kindern mit besonderem Förderbedarf erfordern gute Rahmenbedingungen.

Im Rahmen der Aktion „Qualität hat Vorfahrt“ lädt die LIGA Politikerinnen und Politiker auch zu Praktika in den Thüringer Kitas ein, damit sie sich selbst vor Ort ein Bild von der Situation machen können.

 

PM: Immer mehr Verbraucherinsolvenzen in Thüringen: Beratungsangebot muss ausgebaut werden

Erfurt, 16.03.2017. Immer mehr überschuldete Thüringer benötigen Hilfe. Ein Ausbau des Beratungsangebotes ist deshalb unbedingt erforderlich, um längere Wartezeiten für Betroffene zu vermeiden. Die LIGA der Freien Wohlfahrtspflege appelliert  an die Landespolitik, die Förderung der Verbraucherinsolvenzberatungsstellen zu verbessern. „Ein Ausbau des Beratungsangebotes in unbedingt notwendig“, unterstreicht der Geschäftsführer  der LIGA, Hans-Otto Schwiefert.

 

Die jüngsten Zahlen der Statistikämter in Bund und Land untermauern die Forderung der LIGA. Nach Angaben des Statistischen Landesamtes haben im vergangenen Jahr 1822 Thüringerinnen und Thüringer private Insolvenz angemeldet. Das waren 144 Verfahren bzw. 8,6 Prozent mehr als im Vorjahr. Damit gehört der Freistaat zu den wenigen Bundesländern, in denen die Verbraucherinsolvenzen im vergangenen Jahr bereits wieder angestiegen sind.

 

Parallel dazu nimmt die Komplexität und Intensität der Beratungsfälle zu. Die Folge sind stetig anwachsende Wartezeiten in den Verbraucherinsolvenzberatungsstellen. Für viele Ratsuchende ist das eine enttäuschende Entwicklung. Denn oft haben sie sich erst nach einem längeren Prozess dazu durchgerungen, Rat und Hilfe in ihrer persönlich schwierigen Situation zu suchen. „Längere Wartezeiten bis zu einem ersten Beratungsgespräch sind dann kontraproduktiv“, unterstreicht Schwiefert.

 

Überschuldung ist kein Randphänomen. Nach den Zahlen der Creditreform Wirtschaftsforschung gilt ungefähr jeder neunte volljährige Bürger Thüringens als überschuldet. Dem stehen derzeit lediglich ca. 22 Vollzeitstellen für Beratungsfachkräfte in der Verbraucherinsolvenzberatung gegenüber. „Wenn wir eine wirksame Beratung in Thüringen haben wollen, dann muss die Förderung schnell verbessert werden“, so Schwiefert.

 

Für Rückfragen zum Thema stehen Ihnen Frau Bernadette Drapatz vom Caritasverband für das Bistum Erfurt e.V.,  Tel. 0361/6729-166  zur Verfügung.

Presse

 
Dirk Bley
 
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Abteilungsleiter
Bildung/Öffentlichkeitsarbeit