Thüringer Kinderkarte e.V. fordert Teilhabegerechtigkeit

In Thüringen leben ca. 20% der Kinder von Hartz IV. Im Gegensatz zu vielen anderen Bundesländern hat Thüringen hier einen rückläufigen und damit positiven Trend zu verzeichnen. Eine erfolgreiche Kinderarmutsprävention muss aber als gesamtgesellschaftliche Aufgabe gesehen werden und trotz der positiven Entwicklung weiter voran getrieben werden.

Mehrere regionale Zeitungen berichteten am 26.01.2012 über einen Rückgang der Kinderarmut in Deutschland. Bezug nehmend auf eine Analyse der Bundesagentur für Arbeit (BA) wird dargestellt, dass in den letzten fünf Jahren die Zahl der Hartz-IV-Empfänger bis 14 Jahre von knapp 1,9 auf ca. 1,64 Millionen sank. Diese Entwicklung beruhe darauf, dass die Eltern der Kinder in eine Beschäftigung integriert werden konnten.

In Thüringen ging die Zahl der unter 15-jährigen, die eine staatliche Grundsicherung erhielten, sogar überdurchschnittlich stark zurück (-21,7%).

Trotz dieser über aus positiven Nachricht, darf nicht vergessen werden, dass sich Armut vielfältig ausprägt. Daher muss dieser positiven Entwicklung entgegengehalten werden, dass eine gelungene Integration in den Arbeitsmarkt noch keine Garantie darstellt, nicht mehr von Armut betroffen zu sein. Denn laut Angaben des Thüringer Ministeriums für Wirtschaft, Arbeit und Technologie ist Thüringen der Spitzenreiter bei Niedriglöhnen: ganze 34 % der
Thüringer Arbeitnehmer verdienen weniger als 8,50 Euro pro Stunde. Das bedeutet, dass die verschiedenen Lebenslagen der Kinder weiterhin von Armut beeinflusst werden, die materielle Versorgung, der soziale Bereich, der kulturelle Bereich und die physische und psychische Entwicklung. Zudem bedeutet Kinderarmut immer auch eine Armut an gesellschaftlicher Teilhabe, die sich oftmals zeitlebens verfestigt, da sie nachhaltige Auswirkungen auf die soziale und gesundheitliche Entwicklung der Heranwachsenden haben kann.

Um der oben beschriebenen Entwicklung entgegenzuwirken und eine Verminderung der Auswirkungen sozialer Benachteiligung auf die Lebensqualität von Kindern zu erreichen, müssen die wirtschaft-, sozial- und gesundheitspolitischen Maßnahmen ein soziales Umfeld für Kinder schaffen, das durch seine Stabilität und Unterstützung einen Ausgleich zu den belastenden Lebensbedingungen bietet und Ihnen die Zugänge zur bestmöglichen gesellschaftlich erreichbaren Teilhabe eröffnet.

Um eine erfolgreiche Armutsprävention zu betreiben, bedarf es neben staatlichen Anstrengungen auch eines nicht-staatlichen Engagements durch professionell und ehrenamtlich Tätige in Unternehmen und gemeinnützigen Organisationen. An diesem Punkt sieht sich der Thüringer Kinderkarte e.V. in der Verpflichtung, einen konkreten Beitrag zu leisten und die Akteure im Land bei der Schaffung präventiver Angebote zu unterstützen. Der Verein verfolgt dabei vielfältige Aufgaben, von der Begleitung und Moderation Runder Tischer zum Thema Kinderarmut bis Entwicklung konkreter Projekte, z.B. kostenloser Nachhilfe.

Die erfolgreiche Bekämpfung und dauerhafte Vermeidung von Kinderarmut ist daher als eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe zu verstehen, an der Wirtschafts-, Sozial – und Gesundheitspolitik sowie Bund, Länder und Kommunen gleichermaßen beteiligt werden müssen.

Über den Thüringer Kinderkarte e.V.
Der Verein „Thüringer Kinderkarte e.V.“ hat sich zum Ziel gesetzt, die gesellschaftliche Teilhabe von Kindern und Jugendlichen zu verbessern.
Die Mobilisierung der Öffentlichkeit für das Thema Teilhabegerechtigkeit und Kinderarmut, die pragmatische Umsetzung von Projekten in Zusammenarbeit mit zivilgesellschaftlichen Kräften und der Aufbau eines Unterstützkreises, für eine nachhaltige Verbesserung der Situation von Kindern und Jugendlichen, ist der Leitfaden, an dem sich das Handeln und der Erfolg des Vereins bemisst.

Ansprechpartner für die Presse:

Caroline Rückert
Thüringer Kinderkarte e.V.
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Tel. 0361/65340747
Fax: 0361/65340767

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Presse

 
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Bildung/Öffentlichkeitsarbeit