PM: Die LIGA der Freien Wohlfahrtspflege in Thüringen e. V. lehnt die Etablierung von AnKER-Zentren in Thüringen ab

(Erfurt, 16.05.2018) Die LIGA der Freien Wohlfahrtspflege in Thüringen fordert die Thüringer Landesregierung auf, von der Etablierung von sogenannten Ankunfts-, Entscheidungs- und Rückführungszentren (AnKER-Zentren) bzw. Einrichtungen mit vergleichbaren Rahmenbedingungen in Thüringen Abstand zu nehmen. Außerdem sollte darauf hingewirkt werden, dass auch in anderen Bundesländern keine vergleichbaren Einrichtungen entstehen. 

 

„Eine bis zu 18 Monate dauernde isolierte Unterbringung von Geflüchteten steht einer humanen rechtsstaatlichen und auf Integration ausgerichteten Flüchtlingspolitik diametral entgegen“, erklärt Oberkirchenrat Christoph Stolte, stellvertretender Vorsitzender der LIGA der Freien Wohlfahrtspflege in Thüringen e. V. die ablehnende Haltung der Sozialverbände.

 

Diese „AnKER-Zentren“ bedeuten insbesondere für geflüchtete Familien und deren Kinder sowie unbegleitete minderjährige ausländische Kinder und Jugendliche eine monatelange Abschottung, den Ausschluss von Sprach-, Bildungs- und Regelschulangeboten und insbesondere keinen gesicherten Zugang zu einer Rechtsberatung, die im komplizierten Asylverfahren unerlässlich ist.

 

In den sogenannten Ankunfts-, Entscheidungs- und Rückführungszentren (AnKER-Zentren) sollen schutzsuchende Menschen ohne eine vermeintlich gute Bleibeperspektive bis zu 18 Monate kaserniert werden, Familien und deren Kinder bis zu sechs Monate. Aktuell dürfen Geflüchtete – mit Ausnahme von Menschen aus sogenannten sicheren Herkunftsländern – nicht länger als sechs Monate in einer Landeserstaufnahmeeinrichtung festgehalten werden, bevor sie auf die Kommunen verteilt werden.

Presse

 
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