PM: Landesregierung und LIGA-Verbände wollen enger bei Integration von Flüchtlingen zusammenarbeiten

Neudietendorf/Erfurt 09.12.15   Thüringens Sozialverbände und die Landesregierung wollen noch enger bei der Integration der Flüchtlinge in Thüringen zusammenarbeiten. Ein Beispiel dafür ist das Landesprogramm Arbeit für Thüringen (LAT). Dort  wird  das Land in den Jahren 2016 und 2017 insgesamt 6,6 Millionen Euro für die Ausbildung und Integration von Flüchtlingen in den Arbeitsmarkt zur Verfügung stellen. Unter anderem geht es um die Ausbildung von Asylbewerbern in Pflegeberufe und ein Coaching für ältere Flüchtlinge, um ihnen den Sprung in die berufliche Selbstständigkeit zu erleichtern. Etwa 2.300 Flüchtlinge sollen mit den von Thüringer Kammern, Bildungsträgern, Kommunen und Sozialverbänden eingereichten Projekten unterstützt werden, so Sozialministerin Heike Werner (Linke). Bei der Passgenauigkeit der Projekte könne man auf die Spezialisten der Sozialverbände zurückgreifen, unterstrichen sowohl Ministerpräsident Bodo Ramelow wie auch der Vorsitzende der LIGA der Freien Wohlfahrtspflege, Reinhard Müller beim Sozialmonitoring. Das Sozialmonitoring findet zwei Mal im Jahr statt. Dabei stimmen Landesregierung und LIGA sich über aktuelle Themen der Sozialpolitik ab.

 

(Foto: Frank Diehn)

 

Thüringen braucht Zuwanderung, hoben  der Ministerpräsident und der Vorsitzende der LIGA hervor.  Die Sozialverbände signalisierten der Landesregierung ihre Unterstützung, Thüringen als ein Zuwanderungsland zu etablieren. Ramelow verwies dabei auf das gewaltige Investitionsprogramm, das mit der Flüchtlingshilfe in Thüringen losgetreten worden sei und nannte beispielshaft Branchen wie Bauhandwerker, Busunternehmen oder Großküchen. 

 

Die soziale Integration der Flüchtlinge ist nach der Erstaufnahme die wichtigste Aufgabe, die jetzt in Thüringen ansteht. Dabei bringen die Sozialverbände ihre fachliche Kompetenz ein. Die Landesregierung richtet eine Reihe ihrer Förderprogramme darauf aus und oder baut bestehende Angebote aus. Beispielsweise wird die bestehende Thüringer Initiative für Integration, Nachhaltigkeit, Kooperation und Aktivierung (ThINKA),  mit dem besonders die quartiersbezogene Integration gefördert wird, ausgebaut. In Orten mit großen Erstaufnahmeeinrichtungen wird diese Initiative ebenso etabliert wie in Kommunen mit hoher Arbeitslosigkeit. Menschen erhalten hier eine individuelle Unterstützung bei der Suche nach Arbeit und Wohnraum, bei Überschuldung und anderen Notlagen. Das Angebot richtet sich gleichermaßen an Langzeitarbeitslose, ihre Familien sowie an Flüchtlinge und unterstützt so auch ein verträgliches Miteinander. Bei der Integration der Geflüchteten in den Arbeitsmarkt wiesen die Sozialverbände auch auf die starke Stellung und die Angebote in der Thüringer Sozialwirtschaft hin.

 

Grundsätzliche Bereitschaft signalisierten die Sozialverbände auch  bei dem Wunsch der Landesregierung, die Beratungstätigkeit in den Bereichen Asylverfahren und Rückkehrberatung auszubauen. Migrationsminister Dieter Lauinger unterstrich, dass diese Beratungstätigkeiten in Zukunft einen größeren Raum einnehmen werden. Die Verbände wiesen in dem Gespräch darauf hin, dass viele schon existierende Beratungseinrichtungen wie etwa Schuldner- oder Familienberatung durch die neuen Aufgaben der Flüchtlingsberatung stark belastet seien. Die Beratungsstrukturen in Thüringen müssen nach ihrer Einschätzung ausgebaut werden.

Presse

 
Dirk Bley
 
Heinrich-Heine-Str. 3 99096 Erfurt
0361 3440-119
Abteilungsleiter
Bildung/Öffentlichkeitsarbeit