PM: LIGA mahnt Nachbesserungen für Berufsbildende Schulen in Freier Trägerschaft an

Erfurt, 30.06.2015 Die Einigung der Koalitionsfraktionen zur Finanzierung der Freien Schulen wird von der LIGA der Freien Wohlfahrtspflege grundsätzlich begrüßt. Sie gebe den Schulen Planungssicherheit. Allerdings muss der Kompromiss nach Ansicht der LIGA dringend für den Bereich der Berufsbildenden Schulen nachgebessert werden. Denn nach dem jetzt vorliegenden Konzept sind  vor allem die sozialen Ausbildungsberufe von dramatischen Einschnitten betroffen. Dort sollen  die Zuschüsse von bisher 70 auf nur noch 60 Prozent  dessen abgesenkt werden, was Berufsschulen in staatlicher Trägerschaft erhalten. Betroffen sind die Ausbildungsberufe Altenpflege, Sozialassistent und Sozialpädagogik.  Das ist eine Herabstufung gegenüber den bisherigen Zahlungen um 10 Prozent. „Für viele berufsbildende Schulen sind das existenzielle Einschnitte“, warnt Stefan Oßwald, Schulexperte der LIGA und Referent beim PARITÄTISCHEN Thüringen.

 

Die Einigung werde  die Benachteiligung der berufsbildenden Schulen in freier Trägerschaft nicht aufheben sondern eher vertiefen, so Oßwald. Während staatliche Schulen zu 100 Prozent finanziert werden, erhalten die Freien Berufsbildenden Schulen nur 60 Prozent dieser Kosten.  Von den 158 Schulen in freier Trägerschaft sind 61 (38,6 Prozent) berufsbildende Schulen. Sie werden von 18,3 Prozent aller Berufsschüler und Berufsschülerinnen im Freistaat besucht. Allein im Bereich der Altenpflege sind in Thüringen von den 39 Berufsbildenden Schulen 31 in freier Trägerschaft.

 

Benachteiligt werden die Schülerinnen und Schüler der Freien Schulen noch zusätzlich durch die Erhebung von Schulgeld. Das aber kann nicht in beliebige Höhen hochgeschraubt werden, um die geringeren staatlichen Zuschüsse auszugleichen. „Das Schulgeld muss die Finanzsituation der Schülerinnen und Schüler berücksichtigen und sich auf einer angemessenen Höhe bewegen“, so Oßwald.

 

Vor allem vor dem Hintergrund eines ständig wachsenden Bedarfs an Fachkräften im Pflegebereich ist für Oßwald die Entscheidung der Landesregierung nicht nachvollziehbar. „Gerade die Ausbildung in diesem Bereich müsste attraktiv gestaltet werden,“ mahnt der Schulexperte der LIGA. Er warnt auch davor, staatliche und freie Schulen gegeneinander auszuspielen.

 

Auch die jetzt angekündigten Lockerungen bei der Wartefrist für bewährte Schulträger gehen der LIGA nicht weit genug. Bewährte Schulträger sollten bei Einrichtung neuer Ausbildungszweige keine Wartefrist bis zur Gewährung staatlicher Zuschüsse auferlegt bekommen, fordert die LIGA.

 

Dringend geboten ist nach Einschätzung der LIGA auch eine neue Berufsschulnetzplanung, die die staatlichen wie auch die freien Schulen umfasst. Sie sollten nach Ansicht der LIGA gleichwertig behandelt werden.

 

 

 

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