Zweite Welle der Pflegekampagne kommt gut an: Flotte Sprüche erregen Aufmerksamkeit

Erfurt, 13. Juni 2015. Heike Werner ist begeistert. "Die Sprüche sind flott und erregen Aufmerksamkeit", sagt Thüringens Sozialministerin anerkennend über die zweite Welle der Pflegekampagne der LIGA der Freien Wohlfahrtspflege. Am "Tag der offenen Tür" am Sonnabend im Landtag fiel der Startschuss und wurden die neuen Werbemittel erstmals der Öffentlichkeit präsentiert. "Na,Du flotter Pfleger", heißt es herausforderndem auf grünem Untergrund.Oder "Pflege am Morgen -- vertreibt Kummer und Sorgen" steht auf einer anderen Postkarte, violett unterlegt. Am besten gefällt Heike Werner die rote Postkarte mit dem Spruch "Lassen Sie mich durch, ich bin Pfleger." Die zweite Welle der Pflegekampagne soll mit ihren flott-frechen Sprüchen vor allem junge Menschen dazu animieren, sich in einem Pflegeberuf ausbilden zu lassen. Außerdem soll es die Aufmerksamkeit der Öffentlichkeit auf die Pflegeberufe lenken.

 


Das gelingt mit vielen Mitteln. Da gibt es Einkaufstaschen, Türanhänger, Kuchen-Pappteller und auch Baby-Lätzchen und T-Shirts für Babys. Eins davon trägt der kleine Rafael, der es Heike Werner an diesem Vormittag besonders angetan hat. Sie nimmt den freundlich-lächelnden Kleinen auf den Arm. Das T-Shirt trägt den Spruch: "Wahre Helden heißen nicht Batman sondern Rafael."

Auch Inga-Medita trägt ein solches T-Shirt, nur heißt es bei ihr "Wahre Helden heißen nicht Catwoman sondern Inga-Madita." Mutter Bettina hat die kleine auf dem Arm und zeigt Landtagspräsident Christian Carius (CDU) das T-Shirt.

Gut informiert zeigten sich die Prominenten am Stand der LIGA, als es um Fragen aus dem Pflegebereich geht.So weiß Heike Werner, dass Pflegerinnen und Pflegern für dasVerabreichen von ärztlich verordneten Medikamenten nur 2,78 Euro vergütet werden. Und Bernd Kuhlmann, AOK-Geschäftsführer, kann richtig einschätzen, dass die Thüringer Pflegeeinrichtungen vom Medizinischen Dienst der Krankenkassen derzeit Bestnoten erhalten:1,5 für ambulante und 1,4 für stationäre Einrichtungen stehen auf ihrem Zeugnis.

 


In der Talkrunde, geleitet vom Profiler des PARITÄTISCHEN, Hartmut Kaczmarek, macht sich Heike Werner für bessere Entlohnungen im Pflegebereich stark. Pflege habe einen hohen Stellenwert in der Thüringer Politik, trotz vieler anderer aktueller Baustellen, unterstreicht Matthias Hey,der SPD-Fraktionsvorsitzende im Landtag. Und Reinhard Müller, Landesgeschäftsführer des PARITÄTISCHEN macht sich Verbesserungen auf der Ausbildungsschiene stark. "Das ist eine der Bedingungen für gute Arbeit auf diesem Gebiet in Thüringen." Aber er mahnt auch die Kassen, bei den Entgelten im Freistaat draufzulegen. "Es ist nicht erklärbar, warum die Entgelte in Thüringen niedriger sind als im Bundesschnitt." Hans-Otto Schwiefert, Geschäftsführer der LIGA, erhofft sich von der zweiten Welle der Pflegekampagne genao so eine gute Resonanz wie vom ersten Durchgang.

Bei der LIGA schauen an diesem Tag auch die von der Linkspartei nominierten neuen Landesbeauftragten vorbei: Katrin Christ-Eisenwinder, die designierte Gleichstellungsbeauftragte und Joachim Leibiger, der künftige Beauftragte für Menschen mit Behinderungen, beschreiben ihre Aufgabenfelder und sichern zu, sich nachdrücklich für die Belange der von ihnen vertretenen Gruppen einzusetzen.


Der Stand der LIGA findet an diesem Tag regen Zuspruch. Denn nicht nur fachliche Informationen, unter anderem auch über die Freiwilligendienste in Thüringen, locken. Es ist auch "Gerd", den einige Besucher ausprobieren. Die Diakonie hat die technische Ausrüstung geliefert, das DRK steuert "Gerd" zu, einen mit viel Technik ausgestatteten Anzug, bei dem jeder ausprobieren kann, wie er sich im Alter fühlen wird, wenn die Bewegungen eingeschränkt und das Blickfeld begrenzt ist. "Eine wichtige Erfahrung", sagt eine Besucherin, die "Gerd" getestet hat. "Jetzt habe ich viel mehr Verständnis für ältere Menschen." Untermalt wird die Veranstaltung im Landtag von der Musik von Eric und Frank Kießling vom Music College Erfurt.

An einem der Tische schaut sich zur Musik der beiden eine Besucherin voller Interesse die Postkarten mit den flotten Pflege-Sprüchen an -- und steckt sich gleich zwei ein. "Meine Tochter und mein Mann sind beide Pfleger", sagt sie. "Sie werden sich über diese tollen Sprüche sicher freuen."

Presse

 
Dirk Bley
 
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