PM: Internationaler Tag der Pflege am 12. Mai 2015

Sozialministerin Heike Werner und die LIGA der Freien Wohlfahrtspflege machen sich für weitere Verbesserungen in der Pflege stark

Erfurt, 10.05.2015 Die Thüringer Ministerin für Arbeit, Soziales, Gesundheit, Frauen und Familie, Heike Werner (Die LINKE), und Reinhard Müller, der Vorsitzende der LIGA der Freien Wohlfahrtspflege  haben anlässlich des Internationalen Tags der Pflege am 12. Mai alle Beteiligten dazu aufgerufen, die Verbesserung der Pflegeversorgung weiter voran zu treiben. Die bisherige erfolgreiche Zusammenarbeit im Rahmen des Pflegepaktes soll weiter intensiviert und ausgebaut werden. Dazu werden schon im Juni die Beteiligten über weitere Schritte beraten. Auch die erfolgreiche Imagekampagne „Pflege braucht Helden“ wird in diesem Jahr mit neuen Ideen und Werbemitteln fortgeführt.


Sozialministerin Heike Werner (Die LINKE) sagte: „In der Pflege wird eine hochwertige und für unsere Gesellschaft wichtige Arbeit geleistet. Wir stehen aber angesichts der alternden Bevölkerung vor der großen Herausforderung zukünftig für deutlich mehr Menschen gute Pflegedienstleistungen anzubieten. Dazu sind insbesondere höhere Löhne, ein attraktives Image des Berufsstandes und bessere Arbeitsbedingungen notwendig. Mit dem 2012 von den Trägern von Pflegeeinrichtungen, den Pflegekassen, den Kommunen und dem Land ins Leben gerufenen Thüringer Pflegepakt haben wir bereits einen großen Schritt in die richtige Richtung gemacht. Die gesellschaftliche Anerkennung der Pflegeberufe wächst und immer mehr jungen Menschen entscheiden sich für eine Ausbildung in der Pflege. In einem nächsten Schritt kommt es jetzt vor allem darauf an, insgesamt eine höhere Entlohnung durchzusetzen und die Arbeitsbedingungen der Pflegekräfte zu verbessern.“

Eine bessere Entlohnung der Pflegekräfte und gute Arbeitsbedingungen in der Altenpflege sind auch nach Meinung der LIGA unerlässlich, um langfristig die hohe Qualität der Pflege zu sichern. „Eine gute Bezahlung hilft, Fachkräfte zu gewinnen und zu halten“, so Reinhard Müller. Den Absichtserklärungen der Beteiligten müssten jetzt aber auch in den Verhandlungen Taten folgen, mahnte der LIGA-Vorsitzende. Thüringen gehen noch zu viele Fachkräfte verloren, weil in Westdeutschland deutlich höhere Löhne gezahlt werden. Das müsse sich ändern, so Müller und Werner übereinstimmend. Ziel müsse es sein, das Lohngefälle gegenüber den westdeutschen Bundesländern abzubauen, so Müller. Auch müssten die Arbeitszeiten mit dem Familienleben der Beschäftigten vereinbar sein und die körperlichen und seelischen Belastungen der Pflegekräfte in einem gesundheitsförderlichen Rahmen bleiben, so Müller. „Pflege muss uns etwas wert sein“, so Müller.

Die gesellschaftliche Anerkennung der Pflegeberufe ist auch das Hauptziel der erfolgreichen Kampagne „Pflege braucht Helden an“, die im vergangenen Jahr von den Partnern des Pflegepaktes erfolgreich etabliert wurde. Sie startet jetzt in das zweite Jahr. Mit neuen Werbemitteln wird weiter für ein positives Image des Altenpflegeberufes in Thüringen geworben.

Am Tag der Pflege wollen die Pflegepakt-Partner wieder gemeinsam Flagge zeigen. Damit soll die Aufmerksamkeit der Öffentlichkeit intensiv auf die einzelnen Pflegeeinrichtungen in Thüringen gelenkt werden, um deutlich zu machen, wie viel Einsatz und Engagement hinter und in jeder Einrichtung steckt. An mehr als 100 Einrichtungen im Land – so das Ziel der Kampagne“ – sollen am Dienstag die Flaggen der Kampagne „Pflege braucht Helden“ wehen.

 

Hintergrundinformationen zur Struktur der Pflege in Thüringen:

-       Pflegebedürftige: 82.300 (3,7 Prozent der Bevölkerung);
-       Art der Versorgung:
  • 49 Prozent zuhause allein durch Angehörige;
  • 24 Prozent zuhause mit ambulanten Pflegediensten;
  • 27 Prozent in Heimen;
  • Der hohe Anteil an Pflege durch Angehörige ist ein Hinweis auf ausgeprägte familiäre Unterstützungssysteme.
-       Pflegekräfte: 20.500;
-       Alter und Geschlecht der Pflegekräfte:
  • 21 Prozent unter 35 Jahre;
  • 36 Prozent über 50 Jahre;
  • 44 Prozent zwischen 35 und 50 Jahre;
  • 89 Prozent der Beschäftigten in der Alten- und Krankenpflege sind Frauen;
-       Prognostizierter Fachkräftebedarf: 8.000 zusätzliche Fachkräfte bis 2030

 

Quellen:

  • Studie „Berechnung des Bedarfs an Altenpflegefachkräften in Thüringen in Perspektive 2030“ (Martin Ehrlich, Institut für Arbeits-, Industrie- und Wirtschaftssoziologie der Friedrich-Schiller-Universität Jena)
  • Studie „Fachkräftesicherung durch Gute Arbeit. Rahmenbedingungen und Zukunftsperspektiven in der Pflege in Thüringen.“ (Prognos AG)

 

Hintergrund:

Der 12. Mai ist der Internationale Tag der Pflegenden. Er wird am Geburtstag von Florence Nightingale (geb. 12. Mai 1820, gest. 13. August 1910) begangen. Sie gilt als Begründerin der modernen westlichen Krankenpflege. Nightingale hatte sich Mitte des 19. Jahrhunderts mit Reformen im Sanitätswesen und in der Gesundheitsfürsorge in Großbritannien und den zum Commonwealth gehörenden Ländern verdient gemacht.

 

 

 

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