PM: Aktionstag Glücksspielsucht am 25. September 2013

Gemeinsame Pressemitteilung der LIGA der Freien Wohlfahrtspflege in Thüringen e.V. und der Thüringer Landesstelle für Suchtfragen e.V.

 

Aktionstag Glücksspielsucht am 25. September 2013

Erfurt/ 23/09/2013  Am 25. September 2013 findet der bundesweite „Aktionstag gegen die Glücksspielsucht“ statt. In Thüringen beteiligen sich viele Suchtberatungsstellen, die ein spezifisches Hilfeangebot für Glücksspielsüchtige und deren Angehörige vorhalten. Mit dem Aktionstag, der zeitgleich in fast allen Bundesländern durchgeführt wird, will man auf die Gefahren, die von der Teilnahme an Glücksspielen ausgehen, aufmerksam machen und gezielt auf die glücksspielsuchtspezifischen Hilfeangebote hinweisen.

 

In den vergangenen 5 Jahren wurden 712 Thüringer und Thüringerinnen auf Grund ihrer Glücksspielsucht im Thüringer Suchthilfesystem beraten und behandelt. 2011 begaben sich 172 Personen auf Grund ihres pathologischen Glücksspielens in Hilfeangebote. Die Geschlechter verteilten sich auf 80% Männer und 20% Frauen. Der Altersdurchschnitt lag bei dieser Klientengruppe bei 34 Jahren. Der Anteil der pathologischen Glücksspieler/innen innerhalb der Suchthilfeklienten stieg von 1,3% (2007) auf 2,5% (2011). Dies zeigt die Notwendigkeit das Thema Glücksspielen weiter in den Blick der Öffentlichkeit zu tragen.

Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Beratungsstellen werden die Bevölkerung an diesem Tag auf vielfältige Weise über das Thema Glücksspielsucht informieren. Es finden unterschiedlichste Aktionen statt: Anonyme Telefonberatung, Erzählcafé, Filmvorführungen, offene Sprechstunden, Infostände.

Roulette, Black Jack, Poker, aber auch das Spiel an Glücksspielautomaten, Lotto und Sportwetten gelten als angenehmes Freizeitvergnügen. Durch die Weiterentwicklung der technischen Voraussetzungen erfährt es seit dem letzten Jahrzehnt einen starken Aufschwung. Dass aus einer vermeintlich angenehmen Freizeitgestaltung schnell ein zunehmend problematisches Spielverhalten entwickeln kann, erleben die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Beratungsstellen in ihrer täglichen Arbeit. „Spielsucht führt über kurz oder lang in das soziale, berufliche und familiäre Abseits“, weiß Anja Halle, Diakonie  Mitteldeutschland.  „Und am Ende steht man vor einem finanziellen Desaster, nicht nur der betroffene selbst sondern häufig auch seine Familie“, so Halle weiter.

Neben den Suchtberatungsstellen, bei denen Glücksspielsüchtige und Angehörige, Hilfe und Beratung finden können gibt es auch zahlreiche Selbsthilfegruppen. Dort stehen Ansprechpartner zur Verfügung, die auf eigene Erfahrungen zurückgreifen können. Unterstützung bei der Bewältigung finanzieller Probleme können Schuldnerberatungen leisten.

Der Aktionstag wird auch von der Thüringer Landesstelle für Suchtfragen (TLS e. V.) begleitet. Die Landesstelle ist Ansprechpartnerin für Suchtfragen und koordiniert die 165 Suchtselbsthilfegruppen in Thüringen, einige mit einem speziellen Angebot für Glücksspielsüchtige. Für Claudia Plöttner, Koordinatorin der TLS,  ist die Arbeit der Beratungsstellen wichtiger denn je. „Die Aufklärung und Beratung zu Fragen der Sucht darf nicht nachlassen. Mit der Weiterentwicklung von speziellen Beratungsangeboten für unterschiedliche Betroffenengruppen wird ein früherer Zugang zu Hilfen möglich.“, so Plöttner.

 

Presse

 
Dirk Bley
 
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Abteilungsleiter
Bildung/Öffentlichkeitsarbeit