Diakonie Mitteldeutschland übernimmt LIGA-Vorsitz in Thüringen

© Frieder Weigmann / Diakonie MitteldeutschlandAm 1. September 2018 wechselt der Vorsitz der LIGA der Freien Wohlfahrtspflege in Thüringen vom Deutschen Roten Kreuz, Landesverband Thüringen, zur Diakonie Mitteldeutschland.

 

Bis Ende 2020 hat damit Oberkirchenrat Christoph Stolte, Vorstandsvorsitzender der Diakonie Mitteldeutschland, turnusmäßig das Amt des LIGA-Vorsitzenden inne. Gemeinsam mit Ulf Grießmann, Landesgeschäftsführer der AWO Thüringen als seinem Stellvertreter, wird er die sozialpolitische Arbeit der LIGA Thüringen maßgeblich mitgestalten. Beide Funktionen werden im Ehrenamt ausgeführt.

 

Die LIGA ist ein Zusammenschluss der sechs anerkannten Spitzenverbände der Freien Wohlfahrtspflege in Thüringen und versteht sich als Interessenvertreterin der hilfebedürftigen Menschen in Thüringen. Hierbei vertritt sie u.a. deren Interessen gegenüber Politik und Verwaltung, koordiniert wohlfahrtspflegerische Arbeit und gestaltet die Rahmenbedingungen frei gemeinnütziger sozialer Arbeit im Dialog mit Politik und Verwaltung, Wirtschaft und Wissenschaft.

 

Kurzvita OKR Christoph Stolte

 

Oberkirchenrat Christoph Stolte wurde 1966 in Kamen (Westfalen) geboren und wuchs in Unna auf. Nach dem Zivildienst in der Diakonie Bayern in München studierte Christoph Stolte in Marburg, Göttingen und Sao Paulo Theologie. Ausbildungen zum Sozialmanager und Organisationsentwickler schlossen sich später an.

Stolte begann seinen kirchlichen Dienst als Vikar in Leipzig 1994 und wurde 1996 Gemeindepfarrer der Evangelisch-Lutherischen Kirche Sachsens in Bautzen. 1999 übernahm Christoph Stolte das Stadtjugendpfarramt in Dresden. 2007 wechselte er in den Vorstand des Diakonischen Werkes – Stadtmission Dresden e.V.

Seit Juli 2017 ist Stolte Vorstandsvorsitzender der Diakonie Mitteldeutschland und Mitglied der Kirchenleitung der Evangelischen Kirche in Mitteldeutschland (EKM). Stolte ist verheiratet und Vater von drei Kindern.

 

PM: Bundesweite Aktionswoche Schuldnerberatung 2018

(Erfurt, 31.05.2018) WEG MIT DEN SCHULDEN - so lautet der Titel der Aktionswoche Schuldnerberatung 2018. Menschen auf ihrem Weg aus den Schulden zu begleiten ist die Herausforderung, der sich die Thüringer Schuldner- und Verbraucherinsolvenzberater in ihrer täglichen Arbeit stellen. Das seit vielen Jahren bestehende hohe Niveau überschuldeter Menschen in Thüringen erfordert eine gut aufgestellte Beratungslandschaft. Im Jahr 2017 lag die Überschuldungsquote bei über 9 Prozent. Das sind in Thüringen mehr als 170.000 unmittelbar betroffene Menschen. Und das sind Menschen wie Melanie Müller, deren Geschichte exemplarisch ist für viele Schicksale:

 

Melanie Müller nimmt seit mehr als einem Jahr Schuldnerberatung in Anspruch. Sie hat Schulden aus ihrer früheren Ehe. Ihr Ex-Mann pflegte ein teures Hobby, für das immer wieder Kredite aufgenommen werden mussten. Die Kreditverträge unterschrieb sie gutgläubig mit. Als er dann den recht gut bezahlten Job verlor, waren die Kreditraten nicht mehr aufzubringen. Die Ehe zerbrach, der Ex-Mann ließ Melanie Müller und die beiden gemeinsamen Kinder zurück und zahlte weder Unterhalt noch Kreditschulden. Die Banken hielten sich wegen der Rückzahlung der Kredite nun allein an Melanie Müller. Für sie war die Rückzahlung nicht leistbar. Sie war mit der Situation, der zerbrochenen Ehe, der Alleinverantwortlichkeit für die Kinder und der Schuldensituation überfordert. Melanie Müller litt zunehmend unter psychischen Problemen, fühlte sich wegen der Schulden als Versagerin. Eine Freundin half ihr, den Weg zur Schuldnerberatung zu suchen. Im Laufe der Beratung verstand Frau Müller, dass ihre Existenz und auch die der Kinder durch die Pfändungsschutzvorschriften gesichert ist. Auf Anregung der Schuldnerberaterin beantragte sie für die Kinder Unterhaltsvorschuss.

 

Melanie Müller wird nach einer weiteren Stabilisierung ihrer Situation in einigen Monaten den Gläubigern eine Zahlung eines Teils der Gesamtschulden gegen Verzicht auf die Restforderung anbieten. Sollte diese außergerichtliche Schuldenbereinigung nicht zustande kommen, wird Melanie Müller mit Unterstützung der Schuldnerberaterin beim Insolvenzgericht die Eröffnung eines Verbraucherinsolvenzverfahrens mit Restschuldbefreiung beantragen.

 

Wie viele andere überschuldete Menschen verdient Melanie Müller die Chance auf einen Neustart ohne Schulden. Den Weg aus dem Schuldendickicht finden Betroffene aber oftmals nur mit der professionellen Beratung und Unterstützung, wie sie von der Sozialen Schuldner- und Verbraucherinsolvenzberatung geleistet wird.

 

Der Freistaat Thüringen stärkt ab diesem Jahr die Verbraucherinsolvenzberatung. Der aktuelle Landeshaushalt sieht nach gemeinsamen Bemühungen der Fraktion DIE LINKE und den Fraktionen der SPD und von BÜNDNIS 90 DIE GRÜNEN, der LIGA der Freien Wohlfahrtspflege in Thüringen e.V. und dem für die Verbraucherinsolvenzberatung zuständigen Thüringer Ministerium für Migration, Justiz und Verbraucherschutz (TMMJV) eine deutliche Verbesserung der Fördersituation der Verbraucherinsolvenzberatungsstellen vor.

Der damit ermöglichte Ausbau der Beratungsangebote kommt letztlich den von Überschuldung betroffenen oder bedrohten Menschen in Thüringen zugute. Ebenso profitieren Gläubiger, denn die Beratung übernimmt viele Verhandlungsprozesse als Mittler zwischen Schuldner und Gläubiger.

 

Schuldnerberatung muss allen betroffenen Menschen zugänglich sein. Es ist gut, wenn Wartezeiten künftig verkürzt werden können und wenn Prävention ausgebaut wird.

PM: Die LIGA der Freien Wohlfahrtspflege in Thüringen e. V. lehnt die Etablierung von AnKER-Zentren in Thüringen ab

(Erfurt, 16.05.2018) Die LIGA der Freien Wohlfahrtspflege in Thüringen fordert die Thüringer Landesregierung auf, von der Etablierung von sogenannten Ankunfts-, Entscheidungs- und Rückführungszentren (AnKER-Zentren) bzw. Einrichtungen mit vergleichbaren Rahmenbedingungen in Thüringen Abstand zu nehmen. Außerdem sollte darauf hingewirkt werden, dass auch in anderen Bundesländern keine vergleichbaren Einrichtungen entstehen. 

 

„Eine bis zu 18 Monate dauernde isolierte Unterbringung von Geflüchteten steht einer humanen rechtsstaatlichen und auf Integration ausgerichteten Flüchtlingspolitik diametral entgegen“, erklärt Oberkirchenrat Christoph Stolte, stellvertretender Vorsitzender der LIGA der Freien Wohlfahrtspflege in Thüringen e. V. die ablehnende Haltung der Sozialverbände.

 

Diese „AnKER-Zentren“ bedeuten insbesondere für geflüchtete Familien und deren Kinder sowie unbegleitete minderjährige ausländische Kinder und Jugendliche eine monatelange Abschottung, den Ausschluss von Sprach-, Bildungs- und Regelschulangeboten und insbesondere keinen gesicherten Zugang zu einer Rechtsberatung, die im komplizierten Asylverfahren unerlässlich ist.

 

In den sogenannten Ankunfts-, Entscheidungs- und Rückführungszentren (AnKER-Zentren) sollen schutzsuchende Menschen ohne eine vermeintlich gute Bleibeperspektive bis zu 18 Monate kaserniert werden, Familien und deren Kinder bis zu sechs Monate. Aktuell dürfen Geflüchtete – mit Ausnahme von Menschen aus sogenannten sicheren Herkunftsländern – nicht länger als sechs Monate in einer Landeserstaufnahmeeinrichtung festgehalten werden, bevor sie auf die Kommunen verteilt werden.

PM: Rückenwind für LIGA-Forderungen

Neue Studie der Bertelsmann-Stiftung stützt Forderungen der LIGA der Freien Wohlfahrtsverbände nach besseren Rahmenbedingungen in den Thüringer Kitas

 

Erfurt, 28/08/2017 Die Bertelsmann-Stiftung kommt in der Auswertung ihres Ländermonitors 2017 zu dem Ergebnis, dass Thüringen im Fachkraft-Kind-Schlüssel in Kitas unter den 16 Bundesländern zu den Schlusslichtern gehört. Die Studie stützt damit die Forderungen der LIGA der Freien Wohlfahrtspflege in Thüringen e.V. nach Maßnahmen zur Verbesserung der Qualität der Betreuung in hiesigen Einrichtungen.

 

Die LIGA Thüringen begleitet das Gesetzgebungsverfahren zum neuen Kita-Gesetz, dass noch im September im Landtag zur Abstimmung stehen wird, seit mehreren Monaten mit der Kampagne „Qualität hat Vorfahrt – Kitas brauchen gute Rahmenbedingungen!“. Die LIGA sieht insbesondere in folgenden Punkten dringenden Handlungsbedarf:

 

  • Personalschlüssel verbessern
  • Personalkontinuität sichern
  • mehr Zeit für Leitungsaufgaben
  • gute Qualitätsentwicklung durch eine individuelle Fachberatung 
  • Inklusion ermöglichen

 

Den Vorstoß des bildungspolitischen Sprechers der SPD-Fraktion im Thüringer Landtag Christoph Matschie, in dem dieser Forderung nach einem "realistischen Stufenplan" erhebt, begrüßt die LIGA Thüringen ausdrücklich. Nur so lassen sich Mehreinstellungen und Verbesserungen des Betreuungsschlüssels realisieren Die LIGA hatte bereits in der vergangenen Woche einen verbindlichen Stufenplan gefordert, der im neuen Kita-Gesetz verankert werden soll.

Christoph Matschie beim Kita-Praktikum: „Die Kinder haben mich gleich mitspielen lassen“ – SPD-Politiker unterstützt Forderungen nach Nachbesserungen im Kita-Gesetz

 

Jena, 22. August 2017. „Die Kinder haben mich auch gleich mitspielen lassen.“ Christoph Matschie, Ex-Bildungsminister Thüringens, Ex-Vizeministerpräsident, strahlt, als er von seinem Praktikumsvormittag in der Kita „Frechdachse“ in Jena erzählt. „Vor Ort“ macht er sich – wie andere Landespolitiker auch – derzeit ein Bild von den Arbeitsbedingungen in den Thüringer Kitas, die nach Meinung der Wohlfahrtsverbände im Freistaat dringend verbesserungsbedürftig sind. „Qualität hat Vorfahrt“ heißt die Kampagne, in der die Praktika ein Baustein sind. Ein anderer sind 15.000 Postkarten und Flyer, auf denen Eltern die Forderungen der LIGA der Freien Wohlfahrtspflege unterstützen und die an diesem Mittwoch an Bildungsminister Helmut Holter (Linkspartei), Landtagspräsident Christian Carius (CDU) und den Vorsitzenden des Bildungsausschusses, Manfred Grob (CDU) übergeben.

 

Christoph Matschie war nach dem Frühstück gekommen, hatte sich mitangehört, wie die Kinder ihr Wochenende verbracht haben, hat mit ihnen in dem wunderschön-großen Freigelände gespielt und das Mittagessen mit ausgereicht. Was es gab? „Kartoffeln, Rührei und Spinat. Die Kinder mochten das – ich auch.“ Matschie, aktuell Bundestagskandidat der SPD im Wahlkreis Jena, hatte zwar anschließend keinen Tischdienst, durfte aber den Kindern dabei assistieren und für saubere Tische sorgen, bevor die Kinder sich schlafen legten.

 

„Es ist eine anspruchsvolle Arbeit, die die Erzieherinnen und Erzieher in Thüringen leisten“, sagte Matschie unter Hinweis darauf, dass der Tag in der Kita „Frechdachse“ nicht sein erstes Praktikum gewesen sei. Der Paritätische Thüringen hatte das Praktikum  organisiert. Und in der Kita wurde er auch gleich mit den Problemen konfrontiert, mit denen sich vor allem Kita-Leiterin Petra Rauschenbach und ihr Team jeden Tag auseinanderzusetzen haben. „Heute sind 20 Prozent unseres Personals entweder krank oder im Urlaub“, berichtete sie. Laut gesetzlichem Personalschlüssel ist aber nur eine Fehlquote von 15 Prozent einkalkuliert. Die restlichen Ausfallzeiten müssen die Erzieherinnen anderweitig kompensieren. Daher fordert die LIGA vom Landtag eine deutliche Nachbesserung der Rahmenbedingungen auch in diesem Bereich.

Weiterlesen...

Presse

 
Frieder Weigmann
 
Merseburger Straße 44 06110 Halle
(0345) 12299-140