Kurzbericht Pflegefachtag „Wie wollen wir alt werden?“ am 19.11.2013 in der Deutschen Rentenversicherung Mitteldeutschland

Zum Pflegefachtag 2013 der LIGA Thüringen in Kooperation mit der Stiftung FamilienSinn kamen am 19.11. gut einhundert VertreterInnen aus ganz Thüringen nach Erfurt. Er stand mit zahlreichen Referaten und Fachforen unter dem Motto: „Wie wollen wir alt werden?“ Die LIGA formulierte zum Thema Pflege klare Forderungen an eine künftige Bundesregierung.

 

 

„All unsere Bemühungen in Thüringen laufen ins Leere, wenn nicht endlich auf Bundesebene wichtige Leitplanken für eine zukunftssichere Pflegelandschaft gesetzt werden. Und es wird jetzt - um „5 nach 12“ - Zeit für wirkliche Reformen. Das bereits 2008 beschlossene Pflege-Weiterentwicklungsgesetz, ein ergebnisarmes Jahr der Pflege 2011 und nun das Pflege-Neuausrichtungsgesetz haben zentrale Zukunftsfragen nicht im Blick. Eine Neuausrichtung der Pflege haben wir uns anders vorgestellt“, so LIGA-Vorsitzender Bruno Heller in seiner Begrüßung. „Es geht um eine zeitnahe und grundsätzlichen Verbesserung der Pflegesituation in den Bereichen: Umsetzung des neuen Pflegebedürftigkeitsbegriffs, mehr Zeit in der Pflege, angemessene Vergütungen der Pflegeleistungen, notwendige Neuordnung der Pflegefinanzierung und Reform der Pflegeausbildung und deren Finanzierung“, benennt der Caritasdirektor klar die Erwartungen, die auch auf dem LIGA-Pflegefachtag formuliert wurden.

 

 

 

Thüringer Pflegepakt / Im Mai 2014 startet Imagekampagne für Pflegeberufe

 

Grundsätzlich ist - aus Sicht der LIGA Thüringen - zum Thüringer Pflegepakt zu sagen, dass diese Form der Zusammenarbeit von Sozial-, Wirtschafts- und Bildungsministerium, Kranken- und Pflegekassen sowie Leistungserbringern ein Novum in Deutschland und eine Besonderheit bei der Bearbeitung des Fachkräftebedarfs im Pflegebereich darstellt. Diese Art der Zusammenarbeit ist äußert positiv zu bewerten.

 

Neben den Themen Ausbildung und Zukunft der Pflege befasst sich eine weitere Arbeitsgruppe mit der Imageverbesserung des Pflegeberufes. Im Mai 2014 wird eine Imagekampagne der Partner des Thüringer Pflegepaktes unter Federführung der LIGA Thüringen starten, um das Berufsbild entsprechend aufzuwerten.

 

Pflegefachtage der LIGA Thüringen

 

Die seit 2004 gepflegte Tradition aktuelle Pflegethemen im Rahmen von Fachveranstaltungen aufzugreifen, setzt die LIGA Thüringen in Kooperation mit der Stiftung FamilienSinn zum diesjährigen Pflegefachtag fort.  Teilnehmer kamen aus allen Bereichen der Pflege, den Pflegekassen sowie Sozialplanern und Demografiebeauftragte, Quartiersmanager, Vertreter von Familienzentren, Mehrgenerationshäusern, Wohnungsbaugenossenschaften und politisch Interessierte, um Handlungskonzepte und Ideen zur Umsetzung von neuen Ansätzen gemeinsam zu entwickeln und zu diskutieren. Dabei ging es auch um eine Vernetzung der verschiedenen Akteure im System der Pflege und Betreuung.

 

 

 

Für den Pflegefachtag 2013 konnten eine Vielzahl von ReferentInnen aus Wissenschaft und Praxis gewonnen werden, die den Teilnehmenden – jeweils aus ihrer Perspektive - einen breiten Einblick in dieses Thema gegeben haben. Darunter waren:

 

  • Cornelia Gießler, Mitarbeiterin der Serviceagentur Demografischer Wandel
  • Werner Hesse, Geschäftsführer Paritätischer Gesamtverband
  • Dr. Cornelia Heintze, Stadtkämmerin a.D., Leipzig
  • Ellen Ehring, Potenzial entwickeln
  • Thomas Norgall, stellvertretender Sprecher Fraunhofer-Allianz Ambient Assisted Living
  • Elvira Fischer, Leiterin Seniorenbüro Wartburgkreis
  • Jörg Schubert, Kaufmännischer Vorstand WG Königsee
  • Dr. h.c. Jürgen Gohde, Vorstandsvorsitzender Kuratorium Deutsche Altershilfe

 

Im Bereich der Altenhilfe gibt es insgesamt gut 700 Angebote der Verbände der LIGA Thüringen. Diese umfassen u. a. 172 stationäre Einrichtungen, 92 Einrichtungen für Betreutes Wohnen, 223 Seniorenbegegnungsstätten und Beratungsstellen und 158 Ambulante Pflegedienste sowie Sozialstationen.

 

 

 

In der Auswertung des Fachtages wird es nun darum gehen, Erkenntnisse und Ergebnisse weiterzuverfolgen und in Umsetzung zu bringen.