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25 Jahre LIGA Thüringen

Erfurt.  Wenn Bruno Heller vor 25 Jahren das Wort LIGA erwähnte,  „dann haben alle an die Bundesliga gedacht,“ erinnert sich der Caritas-Direktor lachend. Das mag heute in weiten Teilen der Bevölkerung auch noch so sein, aber im vergangenen Vierteljahrhundert hat sich auch die LIGA der Freien Wohlfahrtspflege in Thüringen einen Namen gemacht – und zwar weit über den Rahmen der Sozialpolitiker hinaus. Sie ist ein geachteter Partner in der Thüringer Sozialpolitik geworden, ihre Stimme hat Gewicht. 25 Jahre soziale Power in Thüringen – dazu gratulierten viele prominente Gäste aus Politik und Gesellschaft beim Jubiläumsempfang der LIGA. Sozialministerin Heike Werner (Linke) unterstrich in ihrem Grußwort die Bedeutung der Rolle der Sozialverbände für die sozialpolitischen Entscheidungen im Land und sie griff ein LIGA-Kampagnenmotto aus den Jahren 2003/2004 auf, als sie versprach: „Thüringen bleibt sozial.“

 

 

Der Vorsitzende der LIGA, Reinhard Müller, erinnerte in seiner Festrede an die Anfänge der LIGA, an die bescheidenen Büro-Räumlichkeiten, an die Rollen von Fax-Papier, die sich durch die Zimmer schlängelten. Er sprach von einer „großen Erfolgsgeschichte“, die immer unter dem Motto gestanden habe „Gemeinsam ist besser als einsam.“  Er machte sich für eine „wehrhafte Demokratie“ stark, die allen Angriffen von Rechtsaußen die Stirn bieten müsse, die sich für Mitmenschlichkeit in Thüringen engagieren müsse. „Wir brauchen einen wehrhaften und gestaltenden Staat“, so Müller, der bereit ist auch zum Diskurs und zum Dialog mit denjenigen, die berechtigte Sorgen umtreiben, der aber genauso entschieden jenen entgegentreten müsse, die als geistige Brandstifter die Ängste der Menschen ausnützten. „Wir brauchen einen Staat, der auf die Stärke seiner Bürger setzt“, so der LIGA-Vorsitzende.  „Wir müssen Mut und Hoffnung dem dumpfen Angstgerede entgegensetzen.“

 

 

Die LIGA hat in den vergangenen 25 Jahren die Sozialpolitik in Thüringen entscheidend vorangetrieben. Daran erinnerten drei Talkrunden mit prominenten Zeitgenossen aus den Jahren 2003/2004, 2009 und 2014. Als Sozialminister erlebte Klaus Zeh, heute Oberbürgermeister von Nordhausen, die Kampagne „Thüringen bleibt sozial.“ Im Rückblick sagt er, hat die Kampagne einiges bewegt, u.a. eine regelmäßige Bestandsaufnahme der Sozialpolitik in Thüringen zwischen Landesregierung und Sozialverbänden auf den Weg gebracht. Auf die Kita-Kampagne „Sechs Minuten sind zu wenig“ blickten die Moderatoren Hartmut Kaczmarek und Frieder Weigmann gemeinsam mit dem früheren Ministerpräsidenten Dieter Althaus und dem CDU-Sozialpolitiker Michael Panse zurück. Althaus und Panse räumten dabei ein, dass man die Wucht der Reaktionen der Erzieherinnen und Erzieher auf die Situation in den Kitas unterschätzt habe. Eine Kurskorrektur war die Folge. Als erfolgreich wertete der Geschäftsführer des Thüringer Verbandes der Ersatzkassen in einer dritten Runde die noch laufende Pflegekampagne und den Pflegepakt mit der Landesregierung.  Für Hans-Otto Schwiefert, Geschäftsführer der LIGA,  war die „Thüringen bleibt sozial“-Kampagne die erste in seiner Amtszeit, für Diakonie-Chef Eberhard Grüneberg war die Zeit für die Kita-Kampagne 2009 überfällig und Caritas-Direktor Bruno Heller hofft, dass es neue Anstöße zur Weiterentwicklung des Pflegepaktes gibt.

 

 

Den Ehrenpreis der LIGA erhielt an diesem Tag der Flüchtlingsrat Thüringen. Ihn nahmen Antje Christin Büchner und Johannes Schulz-Schottler entgegen. In ihrer Laudatio unterstrich Renate Lichnok, ein „soziokulturelles Urgestein Thüringens“, wie Hans-Otto Schwiefert sie vorstellte, daran, dass die Flüchtlingsbewegungen nicht überraschend gekommen seien. „Es war vorauszusehen.“ Sie lobte die Arbeit des Flüchtlingsrates als „Arbeit im Dienste der Mitmenschlichkeit“. Und sie griff scharf die deutschen Rüstungsexporte an. „Wir sind ein Teil des Problems“ sagte sie und erinnerte an den Spruch der DDR-Friedensbewegung „Schwerter zu Pflugscharen“. Mit Sorge erfüllt sie, dass „der besorgte Bürger nach rechts rückt“. Und in Abwandlung des Zitats von Kanzlerin Angela Merkel nahm sie alle in die Pflicht: „Wir werden es schaffen wollen.“ Der Preis stärke die Stimme des Flüchtlingsrates in der Öffentlichkeit, so Johannes Schulz Schottler – und das ist aktuell notwendiger denn je.

 

 

 

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