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Die Landesarbeitsgemeinschaft Kinder- und Jugendschutz Thüringen e.V. befürchtet Einschnitte im Kinder- und Jugendschutz durch Sparerlass des Thüringer Finanzministers!

Die Bewirtschaftungsreserve von Finanzminister Voß gefährdet eine verlässliche Finanzierung der sozialen Infrastruktur der Kinder- und Jugendhilfe Thüringens. Davon betroffen wären auch die 18 Kinder- und Jugendschutzdienste, die der örtlichen Jugendförderung angehören und deren Finanzierung bereits jetzt eng bemessen ist. Jede weitere Kürzung bedeutet einen Einschnitt, sowie den Abbau wichtiger Beratungsarbeit und den Verzicht auf präventive Maßnahmen auf Kosten der Schwächsten unserer Gesellschaft, unseren Kinder und Jugendlichen, so Steffen Richter, Vorsitzender der Landesarbeitsgemeinschaft Kinder- und Jugendschutz Thüringen!



Allein im Jahr 2011 wurden 1763 Thüringer Kinder- und Jugendliche die von Gewalt betroffen sind in den Kinder und Jugendschutzdiensten betreut! Die Verdachtsfälle bezüglich Sexueller Gewalt zeigen einen kontinuierlichen Anstieg und lagen 2011 bei 573 Fällen.

Die Thüringer Kinder – und Jugendschutzdienste arbeiten nicht autonom, viele Fälle sind so komplex, dass sie eine Kooperation mit den unterschiedlichsten Professionen erfordern. Hervorzuheben ist hierbei die Zunahme der Zusammenarbeit der Fachkräfte als „insoweit erfahrene Fachkräfte“ mit den örtlichen Jugendämtern. Ein ebenso deutlicher Anstieg ist bei der Zusammenarbeit mit Schulen und Kindergärten zu konstatieren. In den aktuellen Zahlen bildet sich die Konsequenz der vergangenen Jahre ab, mit der der Schutzauftrag bei Kindeswohlgefährdung (§ 8a SGB VIII) gesetzlich in der
Jugendhilfe sowie in Bildungseinrichtungen (§55a Thüringer Schulgesetz) verankert worden ist.

Seit Beginn dieses Jahres gilt das neue Bundeskinderschutzgesetz. Danach sollen verbindliche lokale Netzwerke früher Hilfen etabliert werden, in welchen u. a. Frauenhäuser, Familienberatungsstellen und niedrigschwellige Angebote der Jugendhilfe wirken sollen. Durch die Bewirtschaftungsreserve werden diese bundesgesetzlichen Forderungen ad absurdum geführt. Denn gerade diese
Einrichtungen sind durch die aktuellen Entwicklungen in ihrer Existenz bedroht. Durch Notlösungen, wie zum Beispiel Abschlagszahlungen oder kurzzeitige Bewilligungen werden die existentiellen Probleme für diese Einrichtungen nicht gelöst, sondern auf einen späteren Zeitpunkt verschoben. Die Verunsicherung der Träger und die Notwendigkeit auf die Kürzungen reagieren zu müssen, bleibt für die Träger der Einrichtungen bestehen. Der Vollzug der Kürzungen würde zu kaum reparablen Lücken in der sozialen Infrastruktur führen. Deshalb spricht sich die LAG Kinder- und Jugendschutz Thüringen e. V. für eine sofortige Aufhebung der Bewirtschaftungsreserve aus!


Steffen Richter

Vorsitzender der LAG Kinder- und Jugendschutz Thüringen e.V.

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